Stoffe

Am allerliebsten verarbeite ich natürliche Stoffe wie Baumwolle, Leinen und Wolle. Diese Stoffe sind nicht nur extrem strapazierfähig, sondern auch besonders hautverträglich. Allen Naturstoffen ist gemein, dass sie sich nicht elektrostatisch aufladen und eine angenehme Haptik haben. Darüber hinaus liebe ich etwas aus der Mode gekommene Stoffe wie beispielsweise Breitcord, der heute außer in der Berufsbekleidung kaum noch in Erscheinung tritt.
Nur im Karneval darf es für mich auch schon mal eine Kunstfaser sein. Aber auch hier verwende ich robuste Gewebe, damit die Kostüme beim Toben nicht gleich löchrig werden.
Bitte beachten Sie, dass viele Artikel aus Naturstoffen hergestellt werden und berücksichtigen Sie diesen Umstand auch bei der Wahl der gewünschten Größe. Auch, wenn die Stoffe generell von mir vorgewaschen werden, kann es passieren, dass sie noch ein Stückchen einlaufen. Deshalb rate ich generell dazu, die Kleidung bei niedrigen Temperaturen zu waschen.
Selbstverständlich sind alle Materialien in der jeweiligen Produktbeschreibung aufgelistet.

Meine bevorzugten Stoffe sind:

Batist
Batist ist ein leichtes Gewebe in Baumwoll- oder Viskosequalität. Er ist besonders feinfädig und anschmiegsam, deshalb verwende ich ihn gerne als Futterstoff. Denn im Gegensatz zu Polyester-Futterstoffen, die sich mit ihrer extrem glatten Oberfläche eher kalt anfühlen, hinterlässt Batist ein warmes Hautgefühl.
Pflege: Bei der Wäsche empfiehlt sich Feinwäsche ohne Bleichmittel bei niedrigen Temperaturen.

Baumwolle

Reine Baumwolle ist ein unglaublich scheuer- und strapazierfähiger Stoff, der dankbar in der Verarbeitung ist. Baumwolle ist ein Naturprodukt, saugfähig, atmungsaktiv und hautverträglich. Sie kratzt nicht, die Fasern sind fein und weich und haben eine angenehme Haptik. Ich verwende gerne Baumwollstoffe wie Cord, Batist, Frottee, Feinripp und Samt.
Pflege: Baumwolle an sich kann bei hohen Temperaturen gewaschen werden. Verarbeitet als Bekleidungsstoff sollten Baumwollsachen aber nur bei mittleren Temperaturen gewaschen werden, weil sie sonst einlaufen. Glatte Baumwolle sollte nicht oder nur wenig geschleudert und anschließend noch feucht auf einem Bügel getrocknet werden. So vermeidet man Knitterfalten.

Cord oder Cordsamt
Cord ist ebenfalls ein extrem belastbares Material, strapazierfähig und verschleißfest. Cordsamt wird wegen des hochstehenden Flors den Samtstoffen zugeordnet. Er ist besonders weich und besteht in der Regel aus 80 bis 90 Prozent Baumwolle. Manchmal sind beim (Stretch-) Cord noch geringe Elasthan-Anteile mit verarbeitet.
Die Cordarten unterscheiden sich in der Anzahl und dem Abstand der Rippen. Hat der Stoff viele, feinere Rippen wird er als Fein- oder Babycord bezeichnet. Sind es weniger und dickere Rippen nennt er sich Breitcord. Typisch für Cord ist der weiche Griff und die gleichzeitig besonders feste Gewebequalität durch den dichten Flor.
Pflege: Um das hochflorige Gewebe zu schützen, sollten Cordsachen vor dem Waschen auf links gedreht werden. Mittlere Temperaturen sind kein Problem für den Stoff. Allerdings muss der Trockner gemieden werden. Am besten man hängt das Kleidungsstück noch nass auf die Leine. Auch beim Bügeln sollte der Stoff auf links gedreht werden, um Glanzflecken zu umgehen. Ist aus Versehen einmal ein solcher Fleck entstanden, kann der Cordstoff an dieser Stelle mit einer Bürste wieder aufgeraut werden.

Leinen
Leinen ist ein 100-prozentiges Naturprodukt, es wird aus Flachsfasern gesponnen. Leinen ist von Natur aus schmutzabweisend und sehr langlebig. Das textile Gewebe trägt sich weich und angenehm auf der Haut obschon es gleichzeitig auch sehr fest ist. Wie Baumwolle und Wolle wird Leinen schon seit vielen Jahrhunderten in der Bekleidungsherstellung verwendet.
Leinen besitzt ganz spezielle Trageeigenschaften und ist deshalb so beliebt. Im Sommer hält das Material schön kühl, weil es die Feuchtigkeit aufnimmt und auch wieder abgibt. Im Winter hingegen wärmt Leinen.
Pflege: Leinen bedarf einer ganz besonderen Pflege, weil es recht knitteranfällig ist. Für die einen macht gerade das den Charme von Leinen aus, die anderen finden es gruselig. Man kann die Knitterfalten weitestgehend vermeiden, wenn man das gute Stück vor dem Waschen eine Zeit lang in kaltes Wasser gibt. Dadurch wird der Stoff geschmeidiger und bricht nicht. Gewaschen wird Leinen auf links bei niedriger Temperatur (bis 30 Grad) im Schonwaschgang und ohne Bleichmittel. Nur schwach anschleudern und dann noch nass auf die Leine! Keinesfalls im Trockner trocknen. Die Bügeltemperatur kann 200 Grad betragen.

Nicki
Nickistoff ist ähnlich wie Samt sehr weich, wird aber nicht gewebt, sondern gewirkt. Nicki ist dehnbar und kuschelig, deshalb wird er häufig für Babysachen verwendet. Meistens besteht Nickistoff aus einer Mischung aus Baumwolle und Polyester.
Pflege: Nicki sollte auf links gedreht im Schonwaschgang mit Feinwaschmittel gewaschen werden. Den Trockner bitte weglassen. Ansonsten ist Nicki pflegeleicht und bügelfrei.

Organza
Organza ist neben Taft und Tüll das einzige Chemiegewebe, das, wie ich finde, bei Prinzessinnenkleidung unbedingt Berechtigung hat. Organza ist sehr fein, schimmernd und edel. Durch seine Transparenz können Kleidungsteile betont oder gewollt zurückgenommen werden. Deshalb findet der Stoff sehr häufig Verwendung bei festlichen Anlässen wie Taufe, Kommunion und Konfirmation, aber auch in der Gastronomie kennt man diesen transparenten Stoff.
Pflege: Organza sollte im Schonwaschgang bei niedriger Temperatur gewaschen werden und den Trockner nicht sehen. Der empfindliche Stoff kann nur bei sehr geringer Temperatur gebügelt werden.

Samt
Dichter gearbeitet als Nicki ist Samt ein besonders weicher und edler Stoff. Schon im Mittelalter kannte man diesen feinen Stoff, dessen Herstellung allerdings so aufwendig war, dass er fast ausschließlich den Königs- und Adelshäusern vorbehalten war. Heute werden meistens künstliche Fasern verwendet. Ich vernähe allerdings gerne auch die bessere Version aus reinen Naturfasern (Baumwolle).
Pflege: Das Sensibelchen Samt ist empfindlich und sollte mit der Hand gewaschen werden. Lieber auch nicht auswringen, sondern nur vorsichtig ausdrücken und dann aufhängen.

Schurwolle
Der Begriff Reine Schurwolle (Gütesiegel) besagt, dass es sich um neue, von lebenden Schafen geschorene Wolle handelt und nicht um wiederverwertetes Textil. Schurwolle hat eine ganz eigene natürliche Wärmeregulation. Sie ist kaum fleckempfindlich und knittert nicht, da ihre Fasern sehr elastisch sind. Sie hat eine natürliche Selbstreinigungsfunktion und nimmt, im Gegensatz zu den meisten Kunstfasern, kaum Gerüche auf.
Pflege: Auch hier gilt die Handwäsche als oberstes Gebot. Eigentlich reinigt sich Schurwolle sowieso weitestgehend von selbst. Ist aber dennoch eine Wäsche nötig, dann von Hand mit lauwarmen Wasser. Bitte nicht wringen, sondern nur mit Hilfe eines saugfähigen Handtuchs ausdrücken. Schurwollsachen sollten liegend getrocknet und auf keinen Fall zu heiß gebügelt werden. Möglichst mit einem Baumwolltuch.

Taft
Taft kann aus Kunstfasern, aber auch aus Seide hergestellt werden. Durch den festeren Schuss (-faden) entsteht ein leicht querrippiges Muster, der Stoff ist insgesamt – je nach Material – fest bis steif und knittert leicht. Er eignet sich besonders für schöne Kleider, die ruhig ein bisschen rascheln dürfen.
Pflege: Im Schonwaschgang bei niedriger Temperatur darf gewaschen werden, aber bitte nicht den Trockner verwenden.

Tüll
Nicht wegzudenken aus der Prinzessinnenwelt ist dieses netz- oder wabenartige Gewebe, das es in verschiedenen Qualitäten gibt. Je nach Feinheit des Fadens kann Tüll sehr weich, aber auch sehr steif sein. Besonders geeignet ist Tüll für Schleier und Röcke, für Blusen und Kleider.
Pflege: Tüll kann bei 30 Grad gewaschen und bei niedriger Temperatur gebügelt werden.

Viskose
Viskose wird zwar chemisch hergestellt, ist aber ein Gewebe aus nachwachsenden Rohstoffen. Weil sie aus natürlicher Cellulose (Zellstoff) besteht, kann Viskose nicht als Kunstfaser bezeichnet werden. Reine Viskose ist sogar kompostierbar. Zur Herstellung der Fasern werden Holzarten wie Buch, Fichte oder Eukalyptus verwendet. Der Stoff ist weitestgehend knitterfrei, ähnelt vom Griff der Baumwolle, ist aber leichter zu pflegen als diese.
Pflege: Viskose wäscht man bei niedrigen Temperaturen im Schonwaschgang. Der Trockner sollte vermieden – die Sachen können tropfnass aufgehängt werden.

Wollstoffe
Wollstoffe werden aus den Haaren von Schafen, Ziegen, Kamelen oder Kaninchen gefertigt. Die feinsten Haare und damit die feinste Wollqualität stammen von den Fellen der Kaschmir- und Angoraziegen, dem Fell des Angorakaninchens, des Alpaka-Lamas und des südamerikanischen Kamels Vikunja. Das reine Naturprodukt ist schwer entflammbar, wasserabweisend und sehr wärmend.
Pflege: Durch ihre Selbstreinigungsfunktion müssen die meisten Wollstoffe nicht oft gereinigt werden. Wenn es aber trotzdem nötig ist, dann sollten sie mit der Hand gewaschen und auf keinen Fall elektrisch getrocknet werden. Wenn man sie von der linken Seite unter einem Tuch bügelt, vermeidet man glänzende Stellen.